Ein Blog über die kulinarischen Abenteuer eines Essverrückten

Yauatcha – so einfach kann das sein

Soho, London. Es ist irgendeine Uhrzeit am Nachmittag, und außer dem von mir abgelehnten Bordessen bei Lufthansa bin ich heute noch nicht mit Nahrung in Berührung gekommen. Bis zum Abendessen im Hedone ist es noch etwas hin, ein kleiner Snack käme mir jetzt gerade recht.

Yauatcha – 23.01.2015

Zum Glück bin ich in einer richtigen Metropole. Richtige Metropolen zeichnen sich unter anderem auch dadurch aus, dass sich einem unzählige Möglichkeiten bieten, schnell, günstig und gut essen zu können. Ich zücke meine Michelin-App, suche nach einem einfachen Restaurant (1-2 „Bestecke“) mit sehr guter Küche (Stern) und finde das nur ein paar Schritte von meinem Hotel entfernte Yauatcha, ein für „raffinierte Dim Sums“ bekannter Chinese. So einfach kann das sein.

Im Restaurant kann entweder im hell gestalteten Erdgeschoss – wo auch Tee und Süßigkeiten verkauft werden – oder im dunkleren Untergeschoss gespeist werden, letzteres wohl eher etwas für Abends. Ich werde am Tisch platziert und erhalte die Speisekarten. Darin finde ich Dutzende kleiner Snacks; einer süffiger klingend als der andere. Herrlich.

Yauatcha – 23.01.2015

Ich bestelle ein paar Kleinigkeiten, im Einzelnen:

Yauatcha – 23.01.2015

Pork and prawn shui mai (£ 5,90)

Yauatcha – 23.01.2015

Lobster dumpling with tobiko caviar, ginger and shallot (£ 11,90)

Yauatcha – 23.01.2015

Spicy pork Szechuan wonton with peanut (£ 4,90)

Das Essen ist sehr einfach zu beschreiben: heiß, süffig, pikant, mit sehr feinen Aromen, erkennbar gutem Handwerk und hervorragenden Saucen. Köstlich. Genau das Richtige in diesem Moment. Ich könnte mich den ganzen Nachmittag lang und bis in den Abend hinein durch die Karte probieren. Doch ich kann nicht, denn die Reservierung im Hedone, wo ich ein paar Freunde treffe, wartet später auf mich. Und wenn ich die nicht wahrnehme, könnte ich im Nachhinein gar nicht beurteilen, welches Restaurant mir besser gefallen hat. Es ist dieses hier.

Informationen zu diesem Besuch
Restaurant: Yauatcha (→ Website)
Chef de Cuisine: Tong Chee Hwee
Ort: London, Großbritannien
Datum dieses Besuchs: 23.01.2015
Guide Michelin (GB/IRL 2015): *
Meine Bewertung dieses Essens (?): 7

6 Antworten zu “Yauatcha – so einfach kann das sein”

  1. Frank

    ich war am letzten Wochenende dort – toller Laden, tolles Essen, tolle Atmosphäre und toller Service..
    Und für Londoner Verhältnisse am Abend wirklich ‚reasonable‘.
    Eingetaucht und einfach nur Spaß gehabt. Wegen solcher Restaurants liebe ich London.
    Leider muss ich Norbi recht geben – in ALLEN Punkten!

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    • norbi

      Danke Frank. Es ist zwar nicht nett von mir, aber in meinen Augen die Wahrheit. Ich könnte mich noch über sovieles auslassen, aber ich glaube das würde überhand nehmen. Wie gesagt danke dafür das wenigstens einer auf meine negativen Worte Stellung nimmt

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  2. Bernd Zehner

    Bei den Preisen und der augenscheinlichen Qualität, wäre ich mindestens ein mal in der Woche dort. Ich liebe Dim Sum!
    Schöner Bericht!

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  3. norbi

    sehr sehr schön. warum es so etwas nicht bei uns gibt? ganz einfach weil 90 prozent der deutschen es nicht wahrnehmen würden so traurig ist es und auch die kommentare auf ihrer seite. sind wir doch mal ehrlich, die meisten verstehen von essen soviel wie eine Ameise von Steaks. Alles nur getue und gehabe. ich weiß es hört sich frustriert an aber so ist es. warum haben wir billig und geil? Also bitte nicht auf die Gastros die dken nur angebot und nachfrage. beim deutschen kostet das motoröl mehr als das essen zu hause.

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    • Robin

      Naja, für ein Restaurant mit lockerer Atmosphäre und zu diesem Preis hervorragendem Essen gibt es auch in Deutschland eine Zielgruppe. Allerdings werden an diesem Restaurant laut Andy Hayler pro Abend 650 Tische bedient. Das ist nur in Metropolen und damit nicht in Deutschland machbar. Vermutlich ist das Preis-Leistungsverhältnis und die recht große Auswahl auch nur aufgrund dieser Mengen zu gewährleisten.

      Ich war vor kurzem dank diesem Bericht im Yauatcha essen – ein toller Tipp, danke dafür.

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