Ein Blog über die kulinarischen Abenteuer eines Essverrückten

Lameloise im September 2006

(Dieser Bericht ist unvollständig.)

Ich nehme den Michelin beim Wort und plane auf meiner Burgundreise zum zweiten Mal einen „Umweg“ über das pittoreske Dorf Chagny ein, um bei Jacques Lameloise einzukehren. Ob seit 2005 „nur“ zwei oder vorher (und ab 2007 wieder konstant) drei Michelin-Sterne — allein das Hotel ist ein bildhübsches Kleinod in der Region und eine unbedingte Empfehlung.

Das Menü am heutigen Abend bietet, unter anderem, folgende nenneswerte Stationen:

– Ein amüsantes kleines Papierkärtchen auf dem Tisch, das in nicht zu überbietender sprachlicher Eleganz auf die Selbstverständlichkeit hinweist, dass nur außerhalb des Restaurants geraucht werden darf: „Pour le bien-être de nos Hôtes, nous vous invitons à réserver au Salon, les plaisirs du Tabac“.

– Die beste gesalzene Fassbutter, die ich jemals gekostet habe. Es war auch der Erzeuger auf einem kleinen Schild vermerkt; leider habe ich dies nicht notiert.

– 1. Gang: Duo de langoustines en mosaïque (€ 45). Langustinenstücke in einer Art „Schnitte“ aus Aspik, Spinat oder Mangold und Tomatencoulis; dazu ein Teig-Schiffchen mit rohem Fisch (Hecht?) und Kaviar. Sehr gut.

– 2. Gang: Pigeonneau rôti à l’émitée de truffes (€ 50). Eine sehr rosa zubereitete Taubenbrust und ein Taubenbein (natürlich aus dem Nachbarort Bresse) auf einer dunklen Sauce, mit sehr vielen Trüffelstückchen, dazu erneut ein Teig-Schiffchen, gefüllt mit Taubenleber. Dieses Gericht ist leider der Grund, warum ich bis heute (2010) keine Taube mehr esse. Exzellent zubereitet, aber ich vermute bis heute, dass dieses Gericht die Ursache für eine fünf Tage später aufgetrene Campylobacter-Infektion war. Halbrohe Tauben gehören nunmal nicht auf den Teller — das ist seitdem meine Meinung.

– Dessert: Fines feuilles croquantes au caramal et chocolat (€ 18). Die geschichteten Desserts im Lameloise sind immer vorzüglich. Auch dieses kleine Kunstwerk bestätigt dies.

Der Service ist sehr professionell und vor allem: leise. Das gesamte Personal geht auf Pantoffeln(!) und kommuniziert fast unsichtbar über kleine Notizen, die unter einer Tischdecke auf einem Servicetisch platziert und bearbeitet werden. Ein beeindruckendes Schauspiel, das wir nur beobachten können, da wir in der Nähe dieses Service-Tischs sitzen.

Abgesehen von dem Tauben-Dilemma bietet dieses kleine Restaurant eine hervorragende Qualität in festlicher, aber gemütlicher Atmosphäre.

Informationen zu diesem Besuch
Restaurant: Lameloise (→ Website)
Chef de Cuisine: Jacques Lameloise
Ort: Chagny, Frankreich
Datum dieses Besuchs: 30.09.2006
Guide Michelin (F 2006): **
Meine Bewertung dieses Essens (?): 8

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