Ein Blog über die kulinarischen Abenteuer eines Essverrückten

New York City – Reisevorbereitungen eines Essverrückten

Der Vorgang, Reservierungen in den Spitzenrestaurants New Yorks zu tätigen, gehört mit zu den nervenaufreibendsten Vorgängen überhaupt. Aber auch diese (für einen Essverrückten entscheidende) Phase der Reiseplanung möchte ich niemals vermissen. Das Glücksgefühl, wenn wieder eine Reservierung gelingt – und dann noch eine und noch eine und noch eine – kann süchtig machen. Doch der Weg zu einem Terminplan mit lauter bestätigten Reservierungen verlangt viele Opfer. Wer zu faul ist, sich im Voraus über die möglichen Ziele schlau zu machen, zu planlos, um sich einen akkuraten Plan zu erstellen, zu ungenau, um exakte Uhrzeiten einzuhalten – oder zu stolz, um den „ganzen Zirkus“ nicht mitzumachen (man ist ja immer noch Gast, pöh!), der geht eben woanders essen. Auch gut. Wieder einer weniger in der Telefonleitung.

Da ich genau jetzt wieder auf dem Weg in die Metropole bin, die für mich – gleichauf mit Paris – zur spannendsten kulinarischen Stadt der westlichen Welt zählt, wollte ich etwas aus dem Nähkästchen plaudern, wie eine typische New-York-Reiseplanung bei mir abläuft.

12771966_1119862358033804_2258582026147554726_o

Restaurantauswahl

Die alles entscheidende Frage lautet natürlich: Wo möchte ich essen gehen? In New York habe ich einige klare Favoriten, die mir jedes Mal so viel Freude und Genuss bereiten, dass sie immer in meine Agenda gehören, komme was wolle. Das wären an vorderster Front das Tresenrestaurant Chef’s Table at Brooklyn Fare mit César Ramirez‘ kompromissloser, französisch-japanischer Spitzenküche, dann Daniel Humms bistro-schicker Gastrotempel Eleven Madison Park sowie Eric Riperts Seafood-Tempel Le Bernardin in heiterer Business-Atmosphäre (so etwas gibt es tatsächlich) und wohl der allerbeste Ort, um sich vor einem Besuch im MoMA nebenan noch einmal kurz kulinarisch und önologisch aufzufrischen.

Danach sind die Optionen unzählig. Hier braucht man dann am besten einen Fokus sowie eine abwechslungsreiche Planung zwischen Mittag- und Abendessen und hinsichtlich Küchenstilen und Art der Restaurants. Da ich z. B. seit meiner Japan-Reise in 2014 keine Gelegenheit auslasse, um in den Genuss von hochwertigem, authentischem Sushi zu gelangen, habe ich für die kommende Woche gleich zwei Sushi-Restaurants eingeplant: das Masa, welches die einzige Gelegenheit der westlichen Welt bietet, Sushi auf Drei-Sterne-Niveau zu genießen, sowie das hochgelobte und recht neue Sushi Nakazawa von einem Schüler Jiro Onos. Und als ich erfuhr, dass das ziemlich schräge, aber exzellente momofuku ko aus dem David-Chang-Imperium kürzlich umgezogen ist und – mit größerem Essbereich, hochwertigerer Ausstattung und einer Lockerung der no photos policy – musste das auch mal wieder auf meine Liste. Ach ja, und ein Besuch im NoMad, sowohl in der Bar als auch im Restaurantbereich, dürfen auch nicht fehlen.

Jetzt könnte man kommen und sagen: das meiste davon kennt der Walther doch schon. Warum nicht mal was Neues? Gerade in New York, da sprießen die Restaurants doch förmlich aus dem Boden! Das stimmt, aber mir geht es in erster Linie um möglichst garantierten Genuss, und da dürfen einige der üblichen Verdächtigen eben nicht fehlen.

IMG_3175

Beim Füllen der weiteren „Lücken“ – dann auch mit viel Neuem – helfen besonders der Guide Michelin, der Zagat und einige Tipps aus der Foodie-Szene. Bei den Restaurantführern (die man natürlich alle bestellen und in den Händen halten muss) gilt stärker denn je: man muss sie auch lesen und „bedienen“ können! New York ist das ideale Pflaster, um alle Essensqualitäten verschiedenster Küchenstile in allen möglichen Atmosphären erleben zu können. Der Guide Michelin fasst das immer noch am besten und verständlichsten zusammen, ob mit oder ohne Stern. Aber wer auf „den ganzen Sternezirkus“ keine Lust hat, der verpasst in New York die schrägsten, urigsten, lustigsten, besten und atemberaubendsten Restaurants, von Pizzerien über Burgerläden bis zum Luxustempel. Den „Sternezirkus“ lässt man nämlich schon am Flughafen hinter sich.

Gerade mittags habe ich mich für einige Restaurants entschieden, die entspannter sind und nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, kein langes tasting menu servieren und dennoch spannend klingen: Ein Snack im Little Park Tribeca kann man zum Beispiel gut mit einem Besuch im neuen One World Trade Center verbinden (so zumindest mein Plan), The Spotted Pig ist ein sensationeller Zwischenstopp beim Flanieren durchs East Village, Cosme und ABC Cocina fangen gerade den Südamerikatrend auf und werden auch von mir besucht. Kesté Pizza and Vino klingt nicht nur heiß und herzhaft, sondern ist bei Foodie-Freuden der letzte Schrei für fetttriefende neapolitanische Pizza, und aufs Lupa, ganz in der Nähe meines Hotels in SoHo ist ideal, um vor der Abreise noch mal in den Genuss von Mario Battalis süffiger italienischer Küche zu gelangen.

Das, im Groben, war der Plan.

Was ich tun musste, um den Plan dann zu festen Reservierungen zu machen, erzähle ich im Folgenden.

Informationen sammeln

Zunächst muss man verstehen, dass Restaurantreservierungen in den USA völlig anders ablaufen als hierzulade. In Deutschland würde man vielleicht in einer ruhigen Minute (wenn es einem gerade passt und in den Sinn kommt) zu seinem Festnetztelefon greifen, im Restaurant seiner Wahl anrufen, sofort jemanden an die Strippe bekommen, und die Reservierung für seine Wunschuhrzeit und sein Wunschdatum tätigen. In den meisten Restaurants der USA (und auch in vielen anderen Ländern, die gastronomisch auf der Höhe der Zeit sind) würde man mit diesem Verhalten am anderen Ende der Leitung – sofern man überhaupt jemanden dranbekommt – vermutlich ausgelacht werden. Denn zunächst gilt es, für jedes Restaurant dessen Reservierungsgepflogenheiten herauszufinden. Dies geschieht natürlich über die Website. Dort erfährt man dann, ob ein Restaurant bspw. nur über OpenTable reservierbar ist, oder nur über ein internes Online-Reservierungssystem, oder nur per Telefon, oder z. B. gar nicht. Manchmal stehen dem potenziellen Gast auch mehrere Wege zur Verfügung.

Hat man einmal herausgefunden, auf welchem Weg man reservieren kann, gilt es, herauszufinden, wann man reservieren kann – oder besser gesagt muss. So gut wie alle Restaurants in New York haben ein festes Zeitfenster, innerhalb dem Reservierungen für ein bestimmtes Datum möglich sind. Häufig beginnt dieses Fenster 30 Tage vor dem gewünschten Datum um 10 Uhr Ortszeit (und endet faktisch meist nur wenige Sekunden oder Minuten später). Manchmal sind es auch kompliziertere Angaben. Im Chef’s Table at Brooklyn Fare liest man zum Beispiel: „Jeden Montag um 10:30 Uhr öffnen wir eine neue Woche in unserem Reservierungsbuch. Sämtliche Reservierungen für die sechste Folgewoche können dann getätigt werden. Mögliche Reservierungszeiten sind dienstags und mittwochs um 19:00 Uhr und 19:45 Uhr, donnerstags bis samstags um 18:00 Uhr, 18:45 Uhr, 21:30 Uhr und 21:55 Uhr [sic!]. Es können nur Reservierungen für 2 oder 4 Personen getätigt werden.“ Und so weiter. Sie verstehen schon.

Hat man einmal herausgefunden, wann für jedes Restaurant zu reservieren ist, sucht man sich am besten einen ruhigen Ort und nimmt sich etwas Zeit. Manche Reservierungen sind sehr einfach und funktionieren über ein paar Mausklicks, doch ich rate immer dazu, die Uhrzeiten genau zu nehmen. 10:30 Uhr Ortszeit heißt 16:30 Uhr unserer Zeit. Und das heißt nicht etwa „ab halb fünf“, sondern Punkt 16:30 Uhr und null Sekunden mitteleuropäischer Normalzeit. Da jedes Smartphone und jeder Computer heutzutage standardmäßig ihre Uhren mit der Atomzeit synchronisieren, ist es nicht schwierig, diesen Moment abzupassen. Schwierig wird es nur, wenn man das alles nicht ernst nimmt. Eine Prise Laissez-faire hilft hier nicht weiter.

Reservierungen tätigen

Dann ist er da, dieser Moment, in dem die Uhr 16:29:59 Uhr auf meinem Handy anzeigt. Die Nummer, die ich (natürlich!) schon vorher einmal kurz angewählt habe, um jetzt nur noch die Wahlwiederholung benutzen zu können, wird gewählt, das Adrenalin zirkuliert, erhöht meinen Puls und öffnet die Schweißporen in meinen Händen. Ich habe sichergestellt, dass der Akku voll ist und der Empfang gut. Und dann: ein Besetztzeichen, wenn man Glück hat. Im Normalfall gibt es nur einen Verbindungsabbruch. Und dann heißt es: wieder und wieder wählen. Zehnmal, zwanzigmal, fünfzigmal, hundertmal. Ich habe über 200 Wählversuche gebraucht, um im Chef’s Table durchzukommen, fünfzig Minuten später, als ich dachte, dass schon alles Hopfen und Malz verloren seien. Dann kam ich durch, und ein freundlicher Herr fragt mich doch tatsächlich, was er für mich tun kann. Das grenzt doch an Sarkasmus! Was wohl? Einen Tisch reservieren! Ach so, gerne, sagt er und verbindet mich. Keine Warteschleife. Stattdessen nur Stille und irgendein Rauschen, das davon zeugt, dass man mit irgendeinem Land telefoniert, indem statt Abend Morgen oder statt Morgen Abend ist. Vor meinem geistigen Auge ist die Telefonverbindung zwischen meinem Handy und irgendeinem Festnetztelefon in Brooklyn in diesem Moment nur ein seidener Faden. Was jetzt alles schiefgehen könnte! Mein Akku – vor einer Stunde noch auf 100 %, jetzt schon, durch die ganzen Wählversuche in der Nähe von 35 % – könnte versiegen, genauso wie der Akku des Mobilteils des Drahtlostelefons in Brooklyn; meine Funkzelle könnte ausfallen; ein Hai könnte ein Transatlantikkabel durchbeißen; der Typ am anderen Ende könnte einfach aus Versehen auflegen … man weiß es nicht! Man kann die Luft schneiden. Nach fünf Minuten kostenpflichtiger Stille geht eine Frau dran. Sehr nett. „Guten Tag!“ sagt sie mit amerikanischem Akzent. Ich plaudere etwas mit ihr, ganz entspannt, als hätte ich mal eben durchgerufen. Schweißnass nenne ich ihr meinen Reservierungswunsch. Er geht in Ordnung. Ich nenne ihr meine Kreditkartennummer, Telefonnummer, buchstabiere meinen Namen und meine E-Mail-Adresse, höre mir die Formalitäten an: Dresscode, Preise, es ist mir alles egal. In diesem Moment zählt nur, dass die Reservierung steht.

Als das Restaurant neulich, ein paar Tage vor der Abreise, auf meinem Handy anrief, um die Reservierung rückzubestätigen, hatte ich den Anruf verpasst. Mein Herz ist mir fast in die Hose gerutscht, als ich eine verpasste New Yorker Nummer auf meinem Display hatte. Doch es ist alles gut. Ich rufe zurück (unter der Nummer ging auch sofort jemand dran) und bestätige. Am nächsten Tag folgte noch eine E-Mail mit der Bitte um weitere Bestätigung. Ich bestätigte noch mal.

Und das war erst die Geschichte vom Chef’s Table. Alles andere dann in den Einzelberichten. Ich muss jetzt los.

Cheers!

27 Antworten zu “New York City – Reisevorbereitungen eines Essverrückten”

  1. Martina Starovicova - Miessner

    Lieber Julien,

    mit grösster Sorgfalt und äusserster Genauigkeit haben wir uns auf die bevorstehende Reise nach NYC unter Vorwand der Flitterwoche vorbereitet.
    Ich kann die beschriebenen Momente im text above völlig nachvollziehen. Als mir beim 5 Versuch jemand im Le Bernardin antwortete und freundlich standardisierte Frage stellte how can I help you – war ich Herzinfarkt nahe… Ich glaube die DAme war etwas irritiert als ich mich in einem Satz zum 3 Mal bedankte…Ich habe es geschafft ALLE innerhalb von 2 Stunden zu reservieren. TOLL. Jetzt muss ich nur durch den Zoll. Ansonnsten muss der Stephan mit seinem deutschen Pass verdammt viel essen.
    Martina & Stephan

    Antworten
  2. Frank Pahlke

    New York…New York!
    Dazu muss ich jetzt eine schöne Geschichte loswerden. Letzte Woche war ich im Café Altro Paradiso, sehr guter einfacher Italiener in der Spring Street. Wir kamen direkt aus dem Flugzeug, im Vorfeld hatte ich versucht Brooklyn Fare zu buchen, leider ohne Erfolg.
    Am Nebentisch wurde eine Flasche Angelo Gaja, Sori Tildin getrunken. Wir kamen ins Gespräch….so ist New York!
    Die beiden Herren waren sehr gut informiert…oder besser ausgedrückt: die beiden waren geübte Esser!
    Wir kamen also auch auf Chef’s Table. Tom fragte direkt nach meiner Mailadresse und meinte er hätte gute Kontakte…dann hat er direkt vor Ort eine Mail geschrieben.
    Am nächsten Morgen war die Überraschung perfekt…mein Posteingang brachte mir ein Lächeln ins Gesicht. Zwei Plätze für Freitag gehen klar!
    Aufgeregt! Freitag! 21.30 Uhr! Was soll ich groß schreiben. Ich denke der Blog hier hat bereits alles gesagt. Nur soviel: Es ist wahr! Die perfekten Produkte sorgfältig zubereitet! Hier werden im Einkauf keine Kompromisse gemacht!
    Einer der Köche kommt übrigens aus Österreich, wir hatten am Abend noch ein schönes Gespräch. Er hat dabei über die Philosophie der Qualität erzählt…hier werden mal schnell King Crabs für 5000 Dollar bestellt!
    Hinzu ein guter Tip für Thai Küche in New York: Uncle Boons!
    Lange Rede…wer einen Tisch im Brooklyn Fare braucht…reserviere einen Tisch im Café Altro Paradiso!

    Weiterhin viel Spaß bei den kulinarischen Streifzügen!

    Frank

    Antworten
    • Julien Walther (Trois Etoiles)

      Danke fürs Teilhabenlassen an dieser schönen Geschichte. In der Tat, das ist New York! Die kleine Anekdote zeigt auch wunderbar, wie reichhaltig die Passion Essen ist. Man erlebt so viel drumherum! Viele Grüße zurück, Julien Walther

      Antworten
  3. BeWe

    Hallo Julien,
    ich und meine Frau lieben deinen Blog und planen unsere Gourmet Kurztrips anhand deiner Erfahrungen und Reisen. Jetzt steht New York als nächstes auf unsere Liste und es macht großen Spaß die Restaurants auszusuchen und den Trip anhand dessen zu gestalten. Was wir auf jeden Fall besuchen möchten und hoffentlich einen Platz bekommen sind das Brooklyn Fare, LeBernadin und Eleven Madison Park. PerSe bietet in der Lounge auch ein ala card ohne Platzreservierung an. Weißt du ob die als voll belegt sind? Außerdem fällt uns die Auswahl zwischen Blanca und Atera schwer. Was könntest du mehr empfehlen?

    Viele Grüße
    Benni

    Antworten
    • Julien Walther (Trois Etoiles)

      Hallo Benni! Es freut mich sehr, dass Ihr meinen Blog als Inspirationsquelle verwendet. Das ist mein Ziel! Kurz zu New York: Das klingt alles nach einem hervorragenden Plan. Zu den Fragen:

      1. Ich verstehe die Frage semantisch nicht, ob die Lounge im Per Se „als voll belegt“ sein soll. Ich selbst war nie in der Lounge, dafür hat aber mal ein Walk-In bei mir geklappt. Das Restaurant ist notorisch schwierig zu reservieren. Auf jeden Fall würde ich mich in die Warteliste eintragen lassen. Die Chance, am selben Tag einen Anruf zu bekommen, stehen nicht schlecht.

      2. Blanca ist etwas „roher“ als das Atera. Ich würde ersteres vorziehen. Es kommt aber natürlich darauf an, was ihr sucht. Wenn es etwas förmlicher sein soll, dann ist Atera die richtige Wahl; wenn es ein wenig rustikalen Industrie-Charme haben darf, dann ist Blanca das Richtige. Meine Berichte sollten einen entsprechenden Eindruck vermitteln.

      Ich hoffe, ich konnte helfen. Viel Spaß in NY!

      Viele Grüße,
      Julien

      Antworten
      • BeWe

        Danke!
        Wir werden wohl nachmittags ein Walk-In im Per Se versuchen und hoffen…..

        Viele Grüße
        Benni

        Antworten
  4. Christian

    Vorab, ich bin „Anfänger“. Ist es denn so, daß die Spitzenrestaurants in NY immer und zu jedem Service ausgebucht sind? Also, wer spontan hingeht und nach einem Tisch fragt, wird nur fassungslos angeschaut?
    Toller Blog, sehr schön lebendig geschrieben, es macht Freude zu lesen!

    Antworten
    • Julien Walther (Trois Etoiles)

      Hallo! Das lässt sich so nicht verallgemeinern. Ich habe auch schon mal im „Per Se“ einen Walk-In machen können (so nennt man das dort). Aber ich würde es nicht darauf ankommen lassen. Eine gute Planung – vor allem der Spitzenrestaurants – ist das A und O. Aber das gilt sicherlich nicht nur für New York. Die Restaurants sind immer sehr gut ausgelastet. Wo, wenn nicht dort?

      Antworten
  5. Claus C.

    Kein Restaurant ist es wert, dass ich 200 mal versuche eine Reservierung zu tätigen :-)

    Antworten
  6. Philipp

    Ich habe es gerade um 16h36 nach ~60 maligen Wählen auf zwei Telefonen parallel durch geschafft und reserviert. Ich muss zugeben: Es ist schon ein ungläubiger Moment, wenn plötzlich nicht das Besetzt-Zeichen ertönt sondern das Zeichen, dass das Telefon wählt (und sich das dann auch noch mindestens 20 Sekunden in die Länge zieht). Und die Gegenseite ist dann absolut tiefenentspannt und rattert alle Conditions runter…

    Antworten
      • Philipp

        Im Chef’s Table at Brooklyn Fare. Mein Herz hätte am Wochenende fast noch einmal ausgesetzt als die E-Mail kam in der es hieß, dass man nicht von meiner Kreditkarte abbuchen kann und das ich mich unverzüglich melden soll. Zum Glück haben wir es mit einer anderen Kreditkarte geschafft.

        Diesen Samstag ist es so weit und bis dahin ziehe ich schon einmal alle Register – die (fantastische) Weinkarte habe ich mir schon zuschicken lassen und auf dem Hinflug am Freitag werde ich mich ganz warm einpacken, um mir nicht auf den Schlussmetern eine Erkältung einzufangen. Ich bin noch nicht ganz entschieden, ob ich dann last minute doch zur Weinbegleitung greife oder es dann doch ein Champagner aus dem Trio Jacquesson / Agrapart / André Clouet wird. Das ist Vorfreude … wie hast Du dieses Thema gehandhabt?

        Für NYC habe ich ansonsten nur die „einfacheren“ Restaurants geplant, also etwas aus Spotted Pig, Betony, Nomad, Katz Delicatessen, Peter Luger (keine Beilagen! ;-)), urbanspace, Cosme und alles was sonst noch „walk-ins“ gut findet.

        Antworten
        • Julien Walther (Trois Etoiles)

          Philipp, das klingt alles nach einem tollen Plan. Teilen Sie nach Ihrer Reise doch Ihre Erfahrungen hier, am besten direkt unter den jeweiligen Berichten, das würde mich freuen.

          Zum Thema Erkältung erlauben Sie mir bitte einen (unterstützend gemeinten) Seitenhieb: „Erkältungen“ (Atemwegsinfekte) fägt man sich nicht durch Kälte ein, sondern ausschließlich durch Viren. Viren fängt man sich an Türklinken und sonstigen Objekten ein, seltener durchs direkte Einatmen – und niemals durch Kälte oder Luftzüge oder sonstige falschen Kausalzusammenhänge. „Warm einpacken“ hilft rein gar nichts. Gewöhnen Sie sich einfach ab, sich ins Gesicht zu fassen (für immer!), und waschen Sie sich regelmäßig die Hände. Die USA sind übrigens viel aufgeklärter, was dieses Thema betrifft. Achten Sie mal darauf, wenn Sie dort sind. Neben jeder Tür eines WCs steht ein Papierkorb. Warum? Weil man beim Hinausgehen aus den restrooms natürlich das Papierhandtuch dafür benutzt, um die Türklinke anzufassen und sich des Handtuchs dann irgendwo entledigen muss.

          Viel Spaß, und bleiben Sie gesund! :)

          Antworten
  7. Lars Clasen

    Das hört sich alles toll an und ich werde versuchen, beim nächsten Besuch in NY zumindest eins der Restaurants aufzusuchen.

    Kleiner Tipp: In NY gibt es das Blue Hill (75 Washington Place) ein Ableger (oder der Ursprung) des Blue Hill at Stone Barns (Nr. 49 auf der Liste der 50 Besten). Dies ist eins der Restaurants, wo ich auch bei mehreren Besuchen noch nie enttäuscht wurde. Zugegeben, keine trois etoiles aber 2 sind’s sicherlich. (Mein letzter Besuch liegt jedoch schon einige Zeit zurück).

    Antworten
  8. Conrad

    Kann das gut nachvollziehen. Habe die letzten zwei Jahre in New York gelebt und bin zwangsgedrungen zum Spezialist für Reservierungssysteme geworden;-) Würde unbedingt noch Estela und Carbone auf die Liste setzen und dafür eher NoMad streichen. Für Reservierungen hilfreich sind neben Open Table die Apps Reserve und Resy. Viel Spaß in NYC!

    Antworten
  9. Joachim

    Ehrlich gesagt, verstehe ich den Zweck dieser komplizierten Reservierungen nicht.
    Geht es vielleicht nicht doch vor allem darum, sich rar und damit interessant zu machen?
    Einen betrieblichen Sinn kann ich nicht darin erkennen, aber ich freue mich, wenn mich jemand widerlegt.

    Antworten
  10. Tim Paul

    Hut ab vor dieser logistischen Meisterleistung ! Mir erscheint das „Punkt 16:30:00 Uhr …“ zwar etwas affig (warum nicht per Internet wie bei z.B. The Table in Hamburg), aber wenn es denn so ist.
    Ich bin in einigen Wochen Wochen (genaueres weiß ich leider noch nicht) beruflich für einige Tage in NYC . Eigentlich wollte ich versuchen zwei der genannten Restaurants Mittags einen Besuch abstatten – aber so wie es scheint muss ich wohl auf Deli´s und gute Chinesen umschwenken.
    Viel Spaß bei Ihrem Trip

    Antworten
  11. Heinz Glöckler

    Atera war mein highlight bei meinem Tripp in New York im November – die anderen gut und teuer aber keine Ueberraschungen. Estrella, Masa, Aquavit ,ABC kitchen sind gute Spots.

    Antworten
  12. Stefan

    Lieber Julien Walther,
    toller Vorbericht. Die Problematik der Reservierung in NYC kann ich bestätigen. Ich habe es aber so geregelt, dass ich die Conciergerie der Hotels in Anspruch nehme, zumindest teilweise. Das hat gut geklappt, auch MEP, aber nicht Chef´s table. Hier konnte ich glücklicherweise das ganze Procedere vermeiden, weil ich einen anderen Kanal nutzen konnte und 2 Plätze bereits ein 3/4 Jahr vorher reserviert hatte. Als dann aber 1 Woche vorher meine Kreditkarte mit 800 USD vom Chef´s table belastet wurde und alle 5 Minuten ein neuer vergeblicher Versuch der Abbuchung aufploppte, ich habe die KK in Deutschland gleichzeitig genutzt und bei der Kreditkarte sind alle Sicherungen angegangen, haben mir auch die Schweißperlen auf der Stirn gestanden. Ich sah die Plätze schon in weiter Ferne. So schnell war dort niemand ans Telefon zu kriegen. Wir hatten beide das Vergnügen im August 2015 bei Kevin Fehling uns auszutauschen. Leider schaffen wir es dieses Jahr nicht nach NYC. Dafür steht in Kürze Mailand, Singapur, Sydney und Auckland auf dem Plan. Die cancellation policy ist aber auch dort nicht ohne. Es geht aber deutlich entspannter zu als in NYC. Ich bin gespannt auf die Berichte über NYC.
    Viel Spaß und viele Grüße aus Berlin

    Antworten
  13. André Passon

    Und ich dachte schon, dass meine (exakt) 159 Wählversuche mit drei Telefonen im letzten September das Äußerste waren. :-)

    Antworten
  14. Kai

    Aus Neugierde: Bist Du alleine in NYC unterwegs und hast demnach im Brooklyn Fare 2 Plätze für Dich alleine gebucht, wie Willi Igel? (Sehr amüsanter Bericht von ihm darüber!) Und hast Du das die letzten Male auch getan?

    Antworten
  15. Pedro

    Man(n) kann schön nachvollziehen welche Adrenalinstöße das verpasst wenn die Planung dann auch noch in die Realität übergeht. Bin sehr gespannt auf die Berichte, da New York im Herbst auch bei mir auf der Agenda steht. Viel Spaß und vor allem guten Genuß

    Antworten
  16. Marea

    Holy cow! Hätte ich gerne das Budget für solche kulinarischen und önologischen Exkursionen! Wünsche viel Freude!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Einfaches HTML ist erlaubt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diesen Kommentar-Feed über RSS abonnieren