Ein Blog über die kulinarischen Abenteuer eines Essverrückten

Waldhotel Sonnora – ich bin untröstlich

Meine erste Speise des Tages ist eine Galantine von der Périgord-Gänsestopfleber „Traube-Nuss“ in Madeiragelee mit geeistem Feigencroustillant. Auf einem Stück warmer, buttriger, leicht knuspriger Brioche finden alle Komponenten dieser aufwändigen Zubereitung zu einem Wohlgeschmack zusammen, der mich kurz die Augen schließen lässt.

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Die Gänseleberterrine ist perfekt gewürzt: Salz, Pfeffer, weitere Gewürze und die süßliche Säure des Madeiragelees bilden das wohlschmeckende Geschmacksfundament jedes einzelnen Bissens, der durch den Schmelz der Terrine und die bissfeste Textur der in die Galantine schneckenförmig eingearbeiteten Nusssplitter zu einem himmlischen Vergnügen wird, solange der Vorrat reicht. (10/10)

Wohl nie zuvor habe ich ein Frühstück so genüsslich eröffnet.

Aber ich habe schon die ganze Nacht darauf gewartet, wieder an einem der Tische sitzen zu können, nur um irgendetwas aus der Küche dieses Hauses essen zu können. Nur wer schon einmal wahrhaftig große Küche erlebt hat, wird diesen Wunsch nachvollziehen können.

Und während ich mir aus meinem Kännchen frisch gebrühten Filterkaffee nachschenke (Weinbegleitungen sind maßlos überbewertet), folgt Frühstücksgang Nummer zwei, ein Medley aus Kaisergranat, Wolfsbarsch und Jakobsmuschel in jeweils überirdischer Qualität: schneeweiß von innen, saftig und in der Pfanne karamellisiert. Dazu gibt es ein paar mediterrane Gemüse und eine Vinaigrette, die durch leicht geröstete Pinienkerne, hervorragendes Olio Verde und Frühlingszwiebeln mein neues Maß aller Dinge für diese einfache, aber köstliche Sauce ist. In Zeiten, in denen vielerorts Schäumchen und wässrige Jus das klassische Saucenrepertoire verdrängt haben, muss sich das erst einmal jemand trauen, zu servieren – in einem Villeroy-und-Boch-Schälchen auf Spitzenuntersetzer. Während Schäumchenfreunde nur darüber lachen können, löffle ich die angenehm säuerliche, lauwarme Vinaigrette direkt aus dem Gefäß. (10/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Dabei ist das Waldhotel Sonnora eine Antithese zu nahezu allem, was in der Hotellerie und Gastronomie gerade angesagt ist. Der bürgerlich-deutsche Achtzigerjahre-Stil ist so extrem, dass er schon fast eine Karikatur ist.

Goldene Wasserhähne in Schwanenoptik, rotweiß gemusterte Teppiche, griechische Büsten in den Bädern, in Messing eingefasste Lampen in Glaskugeloptik … Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unterm Strich wird dabei jedoch eines evident: das ist alles erheblich komfortabler und zweckmäßiger als in vielen so genannten Designhotels, bei denen man sich bis in höchste Zimmerkategorien immer über irgendetwas aufregen muss, nur, weil ein Gestalter das Bedürfnis hatte, etwas Bewährtes um jeden Preis anders machen zu müssen.

Diese Feststellung lässt sich natürlich auch ganz wunderbar auf die Gastronomie und Kulinarik übertragen. Lieber ein Holzbrett mit einem hervorragenden Produkt darauf als eine Hering-Schale mit Mittelmäßigem.

Als ich am Vorabend meines opulenten Frühstücks im Restaurant einkehre, werde ich von so vielen dekorativen Geschmacksverirrungen geblendet, dass es schon wieder Spaß macht. Es signalisiert: wer sich das hier erlauben und auch noch alle Tische besetzen kann, der macht offenbar einiges richtig.

Die Speisekarte zum Beispiel. Sie ist eine Speisekarte. Es gibt darin Vorspeisen, Fisch, Fleisch und Desserts. Herrlich einfach, oder? Für die Weinkarte, mit großem Schwerpunkt auf deutsche Gewächse, gilt dasselbe. Eine Flasche 1994 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese vom Weingut Jos. Christoffel jr. (€ 88) hatte ich schon am Nachmittag geöffnet und mache hier am Tisch nun damit weiter. Die kleine Pause tat ihr gut, und meine Gerichtauswahl steht inzwischen auch.

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Den Auftakt macht ein Amuse-Bouche in Form einer Crème Vichyssoise mit Räucheraal und Kaviar. Alles hieran ist hervorragend: die angenehme Portionsgröße, das präzise Handwerk, die klaren Aromen (man schmeckt Lauch und Kartoffel aus der Vichyssoise) und das wohlschmeckende Zusammenspiel von sahniger Creme, jodig-salzigem Kaviar und gehaltvollem Aal. Nahezu perfekt, vielleicht nur ein paar Grad zu kühl. (9/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Weitere Amuses folgen. Ein „Edelfisch“ mit Mangosauce (tatsächlich so angekündigt) ist herrlich verspielt, weil man ihn einfach an den frittierten Teigfäden, die ihn umhüllen (und die auch nicht nach Frittierfett schmecken), anfassen und genüsslich in die Sauce tunken kann. Diese schmeckt interessanterweise so ähnlich wie Hela Gewürzketchup aus dieser großen roten Plastikflasche, und wer jetzt glaubt, das sei eine Beleidigung, der irrt: natürlich ist das Geschmacksbild hier erheblich feiner und die Sauce längst nicht so klebrig, aber, mehr noch, die kleine Speise erinnert an die Unbeschwertheit von heißen Sommern mit weißen Pommesschalen und kleinen Plastikgabeln in Zeiten ohne Internet. (10/10)

Eine Gillardeau-Auster „Façon Mojito“ kommt mit Minzjulienne, Limette und überbordender Meeresfrische daher (9/10), und ein warmer, schaumiger Safransud mit Bouchot-Muscheln ist perfekt gewürzt und enthält fantastische Exemplare der kleinen Muscheln (10/10).

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Die erste Speise aus der Karte ist einer der vielen Klassiker dieses Hauses: Kleine Torte von Rinderfilet-Tatar mit Imperial Gold Kaviar auf Kartoffelrösti (€ 85). Das Tatar ist perfekt würzig abgeschmeckt und von allerfeinster Qualität. Eingebettet ist es zwischen einer leicht knusprigen, herzhaften Rösti und einer von Crème fraîche unterfütterten, zentimeterhohen Schicht aus zwanzig Gramm nussig-jodigem Kaviar. Das Geschmacksbild ist klar und vollkommen, und, mein Gott, bestimmt wird das Stück wirklich aus einer ganzen Torte herausgeschnitten … (10/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Zur Beruhigung probiere ich danach eine Consommé double vom Ochsenschwanz mit Ravioli und Entenstopfleber sowie, was die Karte vergisst zu erwähnen, schwarzen Périgord-Trüffeln (€ 28). Doch die hocharomatische Brühe beruhigt nicht, sie wühlt auf. Der konzentrierte Geschmack, der akkurate Umgang mit Salz, die Hitze, in der die Ravioli mit zarter Gänseleber noch etwas weitergaren, und das ätherische Aroma der Trüffeln: alles ist grandios. Perfektes Handwerk noch dazu. (10/10) Und jetzt Finger hoch: Wer hat zuletzt eine heiße Kraftbrühe in einem Restaurant bestellt?

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Es folgt Seezunge „Petit Bâteau“ und Kaisergranat auf in Eiswein (!) glaciertem belgischen Chicorée mit Limonen-Beurre-Blanc (€ 68). Was für eine Augenweide für Produktfanatiker wie mich! Der Kaisergranat ist fast so groß wie eine kleine Banane, unglaublich.

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Die Garung der Zutaten ist absolut perfekt, und ich stelle schnell fest, dass ich vergleichbare Qualitäten in Deutschland noch nirgendwo gegessen habe. (Überhaupt ist das eines der besten mir je begegneten Exemplare.) Und was macht man am besten mit derart großartigen Produkten? Wenig. Ein gefälliges Geschmacksspiel mit der durch den Süßwein gezügelten Bitterkeit des Chicorée, etwas aufgeschäumte Buttersauce mit frischer Limone, ein bisschen Piment d’Espelette, fertig. Ein faszinierendes Lehrstück in Sachen Produktqualität. (10/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Weiter geht das Festmahl mit gegrilltem Hummer auf Spitzkohl mit Cassis-Feigen-Jus und Entenleber-Croutons (€ 75). Das farbenfrohe Arrangement erfreut Auge und Gaumen zugleich, und die Kombination von Feige und Hummer ist außergewöhnlich. Dazwischen der bissfeste, dem Gericht etwas Leichtigkeit verleihende, Spitzkohl: ich komme aus der Begeisterung nicht mehr heraus. Was für ein Schlemmerfest! Genuss, Emotionen, Wohlgeschmack, Wohlbefinden: all das bei jedem Gang. So nah am Wasser gebaut war ich beim Essen eine gefühlte Ewigkeit nicht. (10/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Von den Fleischgerichten wähle ich Sauté vom Milchkalbsbries und Galettes von Ferkelfüßchen mit glacierten Perlzwiebeln und Sauce Périgourdine (€ 64). Allein schon die Möglichkeit, in den Genuss solcher klassischen Saucen kommen zu können, rechtfertigt jeden Anreisekilometer. Auf diesem Teller sorgt die trüffelige, glänzende Sauce dafür, dass die makellos gebratenen Stücke Kalbsbries und die grobgehackte, herzhafte Schweinefleischzubereitung noch besser zur Geltung kommen. Eine nicht unwesentliche Komponente dieses Gerichts sind fast zwei Millimeter dick gehobelte (geschnittene?) Trüffelscheiben, die mich mit ihrem charakteristischen terpentinartigen Aroma berauschen und benebeln … (10/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Als ich wieder bei Sinnen bin, steht eine Süßspeise vor mir. Es handelt sich um geeisten Mokka mit Kakaobohne und Vanille, die nach den gleichen heißen Sommertagen in der 80ern schmeckt, in denen ich schon die Pommes mit Gewürzketchup genoss. Ob dieser Bogen zum Beginn des Menüs Absicht ist? In jedem Fall ist er ein Geniestreich. Der letzte Löffel schmeckt nach Eiscafés, heißem Asphalt und aufgeschürften Knien. (10/10)

Ein lauwarmes Schokoladen-Tartelette mit Bananeneis auf geeister Guatemala-Rum-Sauce (€ 25) gibt beim „Anstechen“ heißen Schokoladendampf frei und lässt mich, zusammen mit dem Eis, die Gedanken an aus der Mode gekommene Eiscafés fortsetzen. Der Rum in der à part in einem Kännchen servierten Sauce zum Nachgießen ist allerfeinster Ron Zacapa 23, was man jedoch nur auf Nachfrage erfährt. Man prahlt hier nicht damit, man macht es einfach. (10/10)

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Klassische, köstliche Petit-fours (9/10) beenden das beste Essen, das ich in Deutschland je genießen konnte. Dass ich noch nie zuvor hier war tut mir sehr leid, für mich und für alle, die sich erst durch diesen Bericht animiert sehen, die Reise hierhin anzutreten. Ich bin untröstlich.

Waldhotel Sonnora – 30.01.2016

Informationen zu diesem Besuch
Restaurant: Waldhotel Sonnora (→ Website)
Chef de Cuisine: Helmut Thieltges
Ort: Dreis, Deutschland
Datum dieses Besuchs: 30.01.2016
Guide Michelin (D 2016): ***
Meine Bewertung dieses Essens (?): 10
Diskussion bei Facebook: hier klicken

34 Antworten zu “Waldhotel Sonnora – ich bin untröstlich”

  1. Markus Schmidt

    ich war mit meiner Frau und Tochter sowie meinen Eltern zweimal im Sonnora. Beide Male gab es ein Menü, aber beide Male haben wir à la Carte gegessen. Absolument impressionnant. Jedes Mal, wenn wir in Luxemburg sind, schwanken wir, ob wir ins Sonnora oder zu Christian Bau fahren sollen…..
    Sofern ich mich erinnere, sind zwei verfügbare Menüs auch auf der website des Sonnora erwähnt.

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  2. Marie-Luise Hunger

    Wir kommen schon seit 1986 ins Sonnora, es hat sich viel geändert, aber das Essen war und ist bis heute für uns das Beste. Wir kennen einige Gourmet-Restaurants, aber an das Sonnora kommt unserer Meinung nach kein anders heran. Zweimal im Jahr geben wir uns diesem Hochgenuss hin. Einfach das Beste!!

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    • Trois Etoiles

      Sie kennen dann offenbar nicht genung Restaurants ;). Wenn wir uns auf Deutschland beschränken und dann noch auf klassische französische Küche, dann mögen Sie Recht haben.

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      • Christoph

        Da verstehe ich Ihre Antwort nicht ganz. Sie schreiben doch selber: „….Klassische, köstliche Petit-fours (9/10) beenden das beste Essen, das ich in Deutschland je genießen konnte.“
        Sie beschränken sich doch in diesem Satz auch nicht auf die französische Küche. Sondern schreiben vom besten Essen in Deutschland.

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  3. Hendric

    Lieber Julien,
    Vielen Dank für Deinen begeisternden Bericht, der die Vorfreude auf unseren nächsten Besuch im Sonnora Anfang April noch gesteigert hat.
    Meine Frau und ich verfolgen seit etwa einem Jahr sehr aufmerksam Deinen Blog und ich war sehr gespannt auf den Bericht über das Sonnora, als ich gelesen hatte, dass Du dort einen Besuch planst.
    Ich hätte wetten können, dass Du begeistert sein wirst!
    Wir hätten unsere Reservierung kaum storniert wenn es anders ausgefallen wäre – aber freuen uns natürlich jetzt umso mehr, dass die Qualität offensichtlich immer noch so hoch ist, wie wir das in Erinnerung haben.
    Allerdings gedenkt mir nicht ein solches Frühstück – mon Dieu…!
    Das war aber vermutlich nicht das Standardprogramm, oder?
    Vielen Dank und schöne Grüße aus Köln

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  4. Westhuis Mathias

    Ich durfte vor zwanzig Jahren in diesem wundervollen Haus in der Küche arbeiten.
    Es war einfach toll.
    Zehn Jahre später war ich zum Essen in dem tollen Restaurant und es war wie immer perfekt und klassisch akribisch und lecker zubereitet und zwar jeder einzelne Gang.
    Ich bin beruhigt, dass es immer noch genauso im Waldhotel Sonnora zugeht. Klassisch leichte und vielleicht auch konservative Küche, was für mich spektakulär ist.
    Alle anderen Restaurants setzten auf modernes Design, nackte Teller mit tausend Verschiedenen Gelees, Asche und Baumrinde.
    Das gibt es bei Herrn Thieltges nicht.

    Hier kann man eine klassische Foie Gras essen und schaumige leckere vor allen Dingen reichlich Sauce genießen.
    Freue mich auf meinen nächsten kulinarischen Höhenflug in diesem Hause.

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  5. Harald Fuhrmann

    Vielen Dank für den großartigen Bericht.
    Wir waren vor zwei Jahren im Sonora zum Essen und es war ein wunderbares Erlebnis. Das große Menü erleichterte uns dabei die Auswahl.
    Die Barocke Atmosphäre irritierte uns anfangs ein wenig, aber im Verlauf des Abends verflüchtigte sich dieser Eindruck . Wenn wir heute über diesen Abend sprechen, blieb neben dem kulinarischen Erlebnis auch das ungewöhnliche Ambiente im Gedächtnis haften.

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  6. Jürgen Golombek

    Dem Autor mag gesagt sein, dass ich bereits vor ca. 30 Jahren von dem pompös kitschigen Drumherum sehr beeindruckt war. Es macht aber den Familienbetrieb, damals waren auch noch die Eltern von Helmut Tieltges involviert, nur sympathischer. Wie sonst wäre die Qualität, die Kreativität, wie vom Autor zu recht hoch gelobt, und vor allem die langjährige Konstanz zu ertragen? Man würde vor lauter Ehrfurcht den Genuss verlieren. Möge uns Genießern also noch lange dieses eifeler Barock mitsamt dem genialen Koch und seiner liebenswerten Gattin erhalten bleiben. Ich habe mir auf Grund dieses Artikels jedenfalls vorgenommen, demnächst wieder einmal dort trotz weiter Anreise vorbeizukommen.

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  7. Udo Funk

    Guten Tag an meinen Sterne-Experten .Es ist schön zu lesen das Sie mit Uns einer Meinung sind,dieses Haus ist einfach unglaublich.Man vermutet es erstmal nicht das hier die wahre Kochkunst präsentiert wird .Alles in einem schönen klassischen Rahmen aber hier ist man auf dem Boden geblieben ,hier wird nicht übertrieben und nach unendlichen Geschmacksorgien geforscht.Jedes Produkt kommt hier fabelhaft zu Geltung.Es werden kleine sichere Schritte gegangen mit höchster Präzission.Herr Thieltges weiß ganz genau was in der Sterne Küche passiert aber er lässt sich nicht abbringen von seinem Konzept,ein Glück .Ich lese schon lange Ihre Berichte und hier war ich ganz besonders gespannt.Wunderbar das Sie es genauso genossen haben wie Wir.Danke für Ihr unglaugliches Talent einen zu begeistern mit so vielen Details über die jeweiligen Restaurants.Ein Gewinn in der Gatronomie-Kritik.Gruss Udo und Andrea

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  8. Hans-Günter

    Toller Bericht.
    Es ist schön zu lesen, das es in dieser „verrückten“ Kochwelt auch noch solche Beständigkeit gibt, die einen weitgereisten Gast zu einem solchen Bericht hinreissen lässt. Andererseits bitte nicht zuviel Lobeshymnen, denn ein gewisses Klientel der Foodys wird sich hier nie wohlfühlen. Aber das Gute ist daran, das Helmut Thieltges seit Jahren diesen Kritikern die Nase macht und konsequent seinen Stil kocht.
    Trois Etolles: selbstverständlich gibt es ein Menue, das Frau Thieltges ohne Karte vorstellt.

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    • Trois Etoiles

      Ich reise ja mitunter erheblich weiter, um in den Genuss von großartiger Küche zu gelangen. Wittlich war da noch eines der nächsten Ziele. Und auf welche Essen und Restaurants ich welche Lobeshymnen verfasse, behalte ich mir natürlich selbst vor. Eine „gewisse Klientel“ kann sich dann ja die Ohren zuhalten. Es ist mir ziemlich egal, wer diese Art von Küche mag oder nicht mag. Von den „Foodies“, mit denen ich kommuniziere, würde niemand an so einer Küche zweifeln.

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      • Hans-Günter

        Der erste Satz in ihrer Antwort entspricht ja genau meiner Erfahrung. Ich kenne auch sehr viele Geniesser in meiner jeweiligen Wohnumgebung, die, etwas übertrieben, jedes 2 bis 3 Sterne Restaurant weltweit kennen. Wenn dann Deutschland auf der Karte steht, dann überall hin aber Dreis/Wittlich und Helmut Thieltges, wo und wer ist denn das. Und das ist ein seit Jahrzehnten nicht erklärbares Phänomen für dieses Haus.

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        • Trois Etoiles

          Verstehe! Danke für die Ausführung. Bei mir lag das lange Fernbleiben vom „Sonnora“ daran, dass ich um den klassisch französischen Küchenstil durchaus wusste, diesen jedoch naturgemäß immer eher in Frankreich selbst suchte (und dort auch fand). Zweifel daran, ob es mir im „Sonnora“ gefallen könnte, hatte ich nie, im Gegenteil, es klang für mich immer nach einer sicheren Genuss-Bastion. Das ist vielleicht noch ein Unterschied zu anderen „Fernbleibern“, die vermutlich eher Angst vor Langeweile in dem Haus haben.

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  9. Namo

    Wahnsinn! Bericht, Hotel und Küche.. Ich war erst irritiert wegen der „Einleitung“ , dann war ich mittendrinn. Toll geschrieben, mein Favorit!

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  10. Christian Denz

    Tradition ist nicht die Anbetung der Asche sondern die Bewahrung des Feuers.

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  11. Stephan Ziehen

    Der Laden ist unglaublich!
    Eigentlich machen die wirklich vordergründig alles falsch,aber dann kommt dieses tolle Essen,diese freundlichen,bodenständigen Menschen und auf einmal wird es perfekt.
    Für mich hat es diesen vertrauten,deutschen Behaglichkeits-Faktor der 80ger,gepaart mit
    perfektem Essen.I love!

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  12. Uwe

    Wow, bin geflasht. Das ist wahrscheinlich der Erfolg des Ganzen. Top Produkte in klassischer Form. Da fühlt sich der Gast wohl und ist nicht überfordert mit 15 Ingridenzien auf dem Teller.

    So sieht der Himmel auf Erden aus. Und das in einer Provinz in Deutschland.

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  13. Hans

    Ein interessanter, lesenswerter Bericht – vielen Dank! Dennoch: Es ist „die“ (!) und nicht „der“ Rösti!

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  14. thomas fuchs

    kann diesen tollen bericht nur bestätigen! als wir vor ca. 25 jahren das erste mal im sonnora waren, hatte es“ nur 2″ sterne, war aber schon damals nicht weniger eindrucksvoll. später mit drei sternen und nach dem umbau war es immer wieder fest dorthin zurückzukommen und das herrliche essen zu geniessen!
    familie thieltges versteht es immer wieder die gäste zu verzaubern.

    man kann auch jederzeit ein menü 5- oder 7- gänge bestellen!!

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  15. Willi Igel

    Perfekt beschrieben. Ich war im letzten Sommer da und habe ganz ähnliche Erinnerungen. Kommen in den nächsten Tagen auf dem „Chef, der Metzger hat gesagt“ Blogg. Im März geht es wieder hin, der Igel hat endlich ne Stammkneipe!

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  16. Erik

    So weit ich weiss (und bei meinen zwei Besuchen im Sonnora erfahren habe) gibt es normalerwiese ein Menu; es kostet knapp unter 200 Euro.

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  17. Ulrich Konn

    Wieder einmal hatte ich das Gefühl mit am Tisch zu sitzen, fantastischer Bericht. Ich sitze hier vor meinem Bildschirm und überlege gerade, ob ich nicht meinen Sommerurlaub gegen einen Besuch im Sonnora tausche. Sie haben einen Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Vielen Dank :-)

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  18. Stefan P

    Hatte ich schon mal das Vergnügen, einen solch positiven (und emotionalen) Review von Ihnen zu lesen? Ich glaube nicht:)

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  19. Marco

    Das klingt absolut fantastisch. Witzigerweise stand ich vor der Wahl, zusammen mit meinem Vater entweder ins Vendome oder ins Sonnora zu gehen demnächst. Letztenendes bestätigen deine beiden Berichte, dass die Reise nach Dreis lohnende sein wird :)

    Kurze Frage zum Menü: Da es ja online keine Menükarte gibt und du à la carte bestellt hast: Besteht das Menü aus den gleichen Speisen wie oben – nur eben kleinere Portionen – oder ist es komplett anders? Hast du da einen Blick reingeworfen?

    Danke und beste Grüße
    Marco

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